SONDER-NEWSLETTER März 2020

ANSCHREIBEN DES BUNDESVORSITZENDEN AN DIE MITGLIEDER UND FREUNDE IM BLAUEN KREUZ

- Wo zwei ... versammelt sind -

 

Liebe Mitglieder und Freunde,

„Wo zwei oder drei versammelt sind“, das Zitat kennen viele. Aber kürzlich kam die Order, dass wir für Wochen in vielen Gebieten Deutschlands nur noch zu zweit unterwegs sein dürfen. Damit möglichst keine Corona-Viren übertragen werden. Einzige Ausnahmen: die Familie, die häusliche Lebensgemeinschaft. – Und das Blaue Kreuz?

Nur zu zweit? Wie fremd! Denn das Blaue Kreuz ist eine Gruppenbewegung. So hat es vor 135 Jahren angefangen. So lebt und arbeitet unsere Bewegung heute noch. Die Formen haben sich vielerorts geändert, sind lockerer und meist kommunikativer. Aber die Gruppe, die Gemeinschaft, ist ein guter Rahmen, Lebensfragen zu teilen: Nöte und Sorgen, Wendepunkte und auch gute Erfahrungen auf neuen Wegen. – Aber: Wie funktioniert Gruppenarbeit während einer Pandemie?

Was wir zurzeit neu lernen müssen ist dies: Normalerweise ist es eine Frage der Liebe, Leben zu teilen: gemeinsam Tee oder Kaffee zu trinken, ins Gespräch zu kommen, miteinander zu essen und freie Zeit zu verbringen. In Zeiten der Corona-Epidemie ist es aber jetzt eine Frage der Liebe, dem anderen nicht körperlich nahe zu kommen.

Solange also die Gefahren groß sind, das Corona-Virus zu übertragen, gibt es keine Gruppentreffen im Blauen Kreuz, in den Gemeinden und Vereinen. Welche Chancen haben wir jetzt? Wie können wir in solchen Zeiten suchtkranke Menschen und ihre Angehörigen „treffen“, sie ansprechen, um ihnen kompetente Hilfe anzubieten?

Wie finden wir die geeigneten Kommunikationsmittel für Hilfesuchende? Mögliche Nutzungen wären: 

    Internet: Basis-Infos über www.blaues-kreuz.de | Gruppenseite mit aktuellen Telefonnummern und Mailadressen

    facebook und Instagram: Kurzinformationen, von vielen ergänzbar. Austausch ist auch über Kommentare möglich.

    Foren/Chat-Räume: Angebot zum Zeitpunkt des Gruppenabends. Interessierte können sich (anonym) einloggen.

    Online-Tools: Digitale Treffen über Videochats (Zoom, Skype) oder schriftlichen Austausch (Messenger, WhatsApp). 

Ich bin sicher, dass diese Wege heute bei fragenden und hilfesuchenden Menschen ankommen. Aber sie brauchen in bedrückenden Zeiten andere Wegweiser. Also bitte neue „Streckenabschnitte“ freigeben und ausschildern! Und:

Weiterhin viel Kraft fürs Mitarbeiten! Und den Mut, Neues zu wagen!

Und wie funktionieren die Kontakte zur Bundeszentrale?

In der Bundeszentrale werden mit Hochdruck Lösungen für aktuelle Krisen und Risiken gesucht: In täglichen Besprechungen, Telefonkonferenzen und Online-Meetings. Denn Referentinnen und Referenten sind vorerst keine Gruppenbesuche möglich, Einrichtungen bangen um ihre Zukunft, Finanzierungen sind plötzlich nicht mehr sicher, Anträge auf Kurzarbeit müssen gestellt werden, Gespräche müssen geführt werden mit der Mitarbeitervertretung, mit Kostenträgern, mit der Diakonie, mit Partnerverbänden. Krisenmanagement auf allen Ebenen. 

Um möglichst viele zu beteiligen und transparent zu arbeiten, werden ständig Informationen weitergegeben: im Internet, über Newsletter und das Magazin BLAU. Und bitte nicht böse sein, wenn Reaktionen etwas länger dauern!

„Wo zwei oder drei versammelt sind“, sagt Jesus, „bin ich mitten unter ihnen!“ Das ermutigt! Ihr

 

Jürgen Paschke, Bundesvorsitzender des Blauen Kreuzes in Deutschland

 

NEU!

FAQ-Bereich mit Hinweisen zur Corona-Pandemie auf der Webseite des Blauen Kreuzes: www.blaues-kreuz.de/faq-corona

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